Was in einer Allnet-Flat enthalten ist
„Allnet" ist die Kurzform von all networks. Gemeint ist: Du telefonierst unbegrenzt in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze, unabhängig davon, bei welchem Anbieter die Gegenstelle ist. Das war früher ein echtes Unterscheidungsmerkmal — vor der Allnet-Ära gab es netzinterne Flats, bei denen Gespräche ins Fremdnetz pro Minute abgerechnet wurden.
Heute umfasst eine übliche Allnet-Flat:
- Telefonie-Flat in alle deutschen Netze
- SMS-Flat (bei fast allen aktuellen Tarifen, aber nicht garantiert)
- Datenvolumen in definierter Höhe, danach Drosselung
- EU-Roaming zu Inlandskonditionen im Rahmen der Fair-Use-Regeln
Was nicht enthalten ist, steht selten im Werbetext:
Allnet-Flat, Minutenpaket oder Netz-interne Flat?
Neben der Allnet-Flat gibt es weiterhin zwei andere Telefonie-Modelle, die vor allem in günstigen Einstiegstarifen auftauchen:
- Minutenpaket: eine feste Zahl an Freiminuten, danach Minutenpreis. Sinnvoll nur für ausgesprochene Wenigtelefonierer.
- Netz-interne Flat: unbegrenzt nur zu Nummern im selben Netz, alles andere kostet. Diese Variante ist heute selten und lohnt sich fast nie, weil man die Netzzugehörigkeit der Gegenstelle nicht kennt.
In der Praxis ist die Allnet-Flat der Standard und der Preisunterschied zu Minutenpaketen so gering, dass sich der Verzicht kaum rechnet. Der Vergleich lohnt sich deshalb nicht bei der Telefonie, sondern beim Datenteil des Tarifs.
Datenvolumen: der eigentliche Preistreiber
Zwei Allnet-Flats mit identischer Telefonie können sich im Preis verdreifachen — der Unterschied liegt praktisch immer im Datenvolumen. Als Orientierung nach Nutzungsprofil:
Wer seinen Bedarf nicht kennt, liest den Verbrauch der letzten drei Monate im Kundencenter aus und rechnet 20 bis 30 Prozent Puffer dazu. Die Umrechnung von Streaming-Auflösung, Musik und Video-Calls in Gigabyte steht ausführlich im Ratgeber Wie viel Datenvolumen brauche ich?.
Netz, Geschwindigkeit und 5G
Drei technische Merkmale entscheiden über die Alltagsqualität einer Allnet-Flat:
- Das Netz. Discounter-Marken fahren im Netz eines der Netzbetreiber. Welches Netz an deinen Orten das beste ist, entscheidet über die Verbindungsqualität weit mehr als der Tarifname.
- Die maximale Geschwindigkeit. Viele günstige Tarife deckeln den Downstream — etwa auf 25, 50 oder 100 Mbit/s. Für Streaming reicht das locker; relevant wird es beim Tethering oder bei großen Downloads.
- 5G ja oder nein. 5G ist inzwischen in den meisten Tarifen ab dem mittleren Preissegment ohne Aufpreis enthalten, aber eben nicht in allen. Wann sich der Umstieg lohnt, ordnet der Ratgeber 5G-Tarife — wann lohnt sich der Wechsel? ein.
Laufzeit: 24 Monate oder monatlich kündbar
Bei der Laufzeit gibt es kein „richtig", sondern eine Abwägung:
- 24 Monate bringen in der Regel den niedrigeren Grundpreis, häufiger Wechselboni und den Zugang zu Smartphone-Bundles. Preis gegen Flexibilität.
- Monatlich kündbar kostet meist etwas mehr, lässt sich aber jederzeit zum Monatsende beenden — passend, wenn sich der Bedarf absehbar ändert. Die Auswahl steht unter monatlich kündbare Tarife.
Seit der TKG-Novelle Ende 2021 verlängern sich Verträge nach Ablauf der Mindestlaufzeit nur noch monatlich und sind mit einem Monat Frist kündbar. Die 24-Monats-Bindung ist damit weniger einschneidend als früher — Details im Ratgeber Handyvertrag kündigen.
Allnet-Flat mit Smartphone oder als SIMonly?
Allnet-Flats gibt es in zwei Verpackungen: als reinen SIMonly-Tarif ohne Gerät und als Bundle zusammen mit einem Smartphone. Technisch ist die Flat dieselbe, wirtschaftlich sind es zwei verschiedene Produkte.
Beim Bundle steckt im monatlichen Preis eine verdeckte Gerätefinanzierung. Ob sie sich lohnt, prüfst du mit einer einzigen Rechnung: Bundle-Preis minus vergleichbarer SIMonly-Preis, multipliziert mit der Laufzeit — das Ergebnis ist der Betrag, den du effektiv für das Gerät zahlst. Liegt er unter dem Marktpreis des Smartphones, ist das Bundle die bessere Wahl. Die ausführliche Rechnung samt Beispielen steht im Ratgeber Handy mit Vertrag vs. SIMonly, die aktuellen Bundle-Angebote unter Handy mit Vertrag.
Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Nach Ablauf der 24 Monate läuft der Bundle-Tarif zum vollen Preis weiter, obwohl das Gerät längst abbezahlt ist. Spätestens dann lohnt der Wechsel auf einen SIMonly-Tarif.
Die vier häufigsten Fallstricke
1. Datenautomatik
Ist sie aktiv, bucht der Tarif nach dem Verbrauch des Inklusivvolumens automatisch kostenpflichtige Zusatzpakete — teils mehrfach im Monat. Aus einem 15-Euro-Tarif wird so schnell ein 25-Euro-Tarif. Prüfe vor Abschluss, ob der Tarif eine Datenautomatik hat und ob sie abschaltbar ist.
2. Preissprung nach 6 oder 12 Monaten
Viele Aktionstarife werben mit einem Einstiegspreis, der nach 6, 12 oder 24 Monaten auf den regulären Preis springt. Für den Vergleich zählt der Durchschnitt über die gesamte Laufzeit, nicht der Startpreis.
3. Anschlusspreis
Der einmalige Anschlusspreis liegt häufig im Bereich von 20 bis 40 Euro und wird in der Werbung gerne kleingedruckt. Auf 24 Monate umgelegt sind das rund 1 bis 2 Euro pro Monat — genug, um die Rangfolge zweier ähnlicher Tarife zu drehen.
4. Drosselung ohne Hinweis
Nach dem Verbrauch des Volumens wird auf 32 bis 64 kbit/s gedrosselt. Das reicht für Messenger, nicht aber für Karten, Streaming oder Video-Calls. Wer regelmäßig ins Limit läuft, fährt mit dem nächstgrößeren Paket günstiger als mit nachgebuchten Zusatzpaketen.
So vergleichst du Allnet-Flats fair
Der belastbare Vergleichsmaßstab ist der Effektivpreis pro Monat:
(Grundgebühr × Laufzeit + Anschlusspreis − Bonus / Cashback) ÷ Laufzeit
Ein Beispiel: Tarif A kostet 12,99 € bei 40 € Anschlusspreis, Tarif B 14,99 € ohne Anschlusspreis und mit 50 € Wechselbonus. Über 24 Monate liegt A bei rund 14,66 € und B bei rund 12,91 € — der scheinbar teurere Tarif gewinnt. Genau nach diesem Kennwert sortiert der Allnet-Flat-Vergleich auf Handytarifeshop.de; die Berechnungsgrundlage steht in unserer Methodik.
Im zweiten Schritt teilst du den Effektivpreis durch das Datenvolumen. Erst dann vergleichst du gleiche Produkte — und nicht 10 GB gegen 50 GB.
Checkliste vor dem Abschluss
- Telefonie- und SMS-Flat enthalten?
- Datenvolumen am realen Verbrauch plus Puffer ausgerichtet
- Netz an Wohn- und Arbeitsort geprüft
- Maximale Download-Geschwindigkeit und 5G geklärt
- Datenautomatik nicht vorhanden oder abschaltbar
- Anschlusspreis, Bonus und Preissprünge in den Effektivpreis eingerechnet
- Laufzeit passt zur eigenen Planung
- Drittanbietersperre nach Abschluss aktiviert
Fazit
Die Allnet-Flat ist der Standardtarif im deutschen Mobilfunk — und weil Telefonie und SMS praktisch überall enthalten sind, entscheidet sich der Tarifvergleich an anderer Stelle: beim Datenvolumen, beim Netz und beim Effektivpreis über die gesamte Laufzeit. Wer zusätzlich Datenautomatik, Anschlusspreis und Preissprünge im Blick behält, vermeidet die typischen Nachteile günstig beworbener Tarife. Den Marktüberblick nach diesen Kriterien findest du im Allnet-Flat-Vergleich oder tarifartübergreifend im Handytarif-Vergleich.

